© 1997-2010 by M.Perlitschke |
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Montag, der 18 Mai 2009:
Um 5 Uhr rappekte mein Wecker; mein MDA-II Handy und zusätzlich noch
der Radio-Wecker. Gefühl war das so, als wenn ein Feuerwehr-Löschzug
durch meinen kleines Zimmer donnert. Es dauerte nur Sekunden um hellwach
senkrecht im Bett zu stehen. Da ich mir heute einiges vorgenommen hatte,
bedeutete das auch, dass ich diesen Montag komplett nutzen muss um alles
so zu schaffen wie ich es mir vorstelle. Denn laut Wetterbericht wird der
gesamte Westen in kürze von alen Seiten von üblen Tiefdruckgebieten
angegriffen und ich wollte diesen evt. letzten schönen Sonnen-Urlaubstag
nochmal in vollen zügen geniessen ehe die Welt laut Wetterfrosch dem
H2O Untergang geweiht war...
Also schwupps auf das Töpfchen um einen Zigarettenwachmacher schmöken. Danach dann unter die Dusche damit ich wieder ein "dufter Typ" werde und den üblichen Klimbim wie Zähneputzen. Ausser etwas Wasser; Seife und Zahnpaste brauchen wie "Bengels" ja nicht viel um der Welt die Stirn zu bieten.
Gegen 5:45 Uhr hatte ich meinen ganzen Krempel im Auto verstaut und torkelte etwas müde in die Motel-Lobby um dort noch bei einem kostenlosen Käffchen ein kleines Schwätzchen mit meiner Motel-Mama zu halten. Irgendwie schade das ich nun schon wieder los muss, aber es half nichts...ich hatte noch einiges auf meiner "TO DO List" stehen bevor die grosse angekündigte Sintflut den kompl. Westen der USA heimsuchen wird.
Also nichts wie los...."ByeBye, liebes Escalante", Du hast mir wieder
einmal grossen Spass gemacht ! Mein Plan war es heute
auf dem unbefestigten "BurrTrail" durch den "Catitol Reef National Park"
zu fahren um dann hinter Hanksville nochmal zum im letzten Jahr besuchten
"Goblin Valley State Park" zu fahren um in dem Gebiet einen Hike im "Little
Wild Horse Canyon" durchzuführen um danach dann bis Vernal hoch
im Norden Utah´s zu knistern.
Draussen ging romantisch bei schönsten blauen Himmel die Sonne im Osten auf, als ich auf der UT 12 meinem nur 30 Meilen ( 48 km ) entfernten ersten Etappenziel "Boulder" entgegensteuerte. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen unterwegs nochmals das herrliche Panorama dieser tollen Gegend mit der gerade aufgegangenen Sonne im Rücken in mich aufzusaugen. Mein Gott, wie ich diese Gegend liebe. Was sich der liebe Gott dabei gedacht hat weiss ich nicht, aber der hat wirklich vorbildliche Arbeit geleistet...
Startpunkt "Burr Trail Scenic Backway" in
Boulder:
Es dauerte auch nicht sonderlich lange bis ich "Boulder" ( dieses Ort besteht
nur aus ein paar Häusern ) errreichte um von dort dann rechts die Uthat
Highway 12 zu verlassen um dort den "Burr Trail" zu befahren. Da diese
überwiegend unbefestigt ist, es sich also um eine
Dirt Road handelt, habe ich das immer
wieder nach hinten geschoben, aber heute wollte ich nun endlich wissen
und war bereit das Abenteuer "Burr Trail" zu wagen. Solte ich unterwegs
feststellen das ich meinen Fahrzeug zuviel zumute, werde ich kurzerhand einfach
wieder umdrehen. Aber ich war wild entschlossen, dass nur im absoluten Notfall
zu tun und gespannt was mich unterwegs alles an Eindrücken und
Überraschungen erwarten wird ! Übrigens, auf dem UT 12 Abzweiger
rechts zum "Burr Trail" findet man ein Boulder ein Restaurant in dem man
auch Frühstücken kann. Da ich keinen Hunger hatte, hiess es einen
"Diät-Tag" einzulegen und erst dann etwas zu futtern, wenn der Magen
so laut knurrt wie ein Puma ( welche sich in dieser Gegend auch herumtreiben
). Hier eine kleine Beschreibung des "Burr Trails" samt einiger Bilder.
Der Burr Trail wurde nach John Atlantic Burr benannt und Mr. Burr
gündete die Stadt Burrville und entdeckte dort eine Möglichkeit
seine Rindvieh aus dem Sommerbereich ins das Winterquartier zu verlegen.
Dieser Trail verbindet Boulder in der ich mich nun befinde mit "Bullfrogg"
führt aber auch durch den Capitol Reef National Park und imposanten
Water Pocket Fold. Ob die Strecke auch mit einem PKW bei noch trockener Witterung
problemlos zu befahren ist, wollte ich heute herausfinden.
Was ich aber wusste war, das man bei Nässe nichtmal mit einem 4WD
Geländewagen diese Strecke befahren kann und auch das es
Lebensgefährlich werden kann. Ich war also gespannt wie ein Flitzebogen
und fuhr voller Spannung rein in ein Zauberland, welches ich mir so schön
selbst in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet hätte. Die
ersten 6-7 Meilen stehen im Zeichen gelber Steinmassive und dann wechselt
Schlagartig die Farbe in die bekannten rötlichen Sandsteinformationen.
Unterwegs hat man nach ca. 11 Meilen die Möglichkeit am Gulch Trailhead
zu div. Arches ( Steinbrücken ) zu wandern oder man fährt nochmal
7 Meilen weiter um einen Abstecher in den "Long Canyon" durchzuführen
der wie der "Burr Trail" bisher auch asphaltiert keine Sogen aufkommen
lässt.
Nach ca. 20 Meilen hat man die Möglichkeit auf der Wolverine Loop
Road, einer 28 Meilen langen Loop Road ( Dirt Road ! ) dicht an den Wolverine
Canyon und Little Death Hollow zu gelangen wo man auch einen versteinerten
Wald entdecken kann. Nebenbei kann man dort auch die Circle Cliffs und einige
verlassene Uranmienen entdecken. Fährt man auf dem BurrTrail weiter
erreicht man 10 Meilen später den zweiten Zugang zur Wolverine Road
( ist ja ein Loop ! ) und nach ca. 32 Meilen erreicht man die Westgrenze
des "Capitol Reef National Parks" wo man einen herrlichen Blick auf die
Waterpocket Fold und die Henry Mountains geniessen kann. Kurz danach endet
der bequeme Asphalt und man bewegt sein Fahrzeug auf einer Dirt-Road welche
sich bei trockenheit sehr gut und problemlos befahren lässt.
Nun
kommt der erste spannende Teil der Tour, denn oben auf dem Plateau weclches
sich "Top of the Switchbacks" nennt steht man
vor einem Abgrund ins tief gelegene Tal (
"Bottom auf die
Switchbacks" ) wo man in superengen Serpentinen runter
muss. Erstmal stockt einem der Atmen bei dem gigantischen schönen aber
auch bedrohlich wirkenden Anblick und das kleinen Herzchen fängt auch
vor freude schneller an zu schlagen. Dieser Serpentinen-Engpass ist bei
Nässe 100%iger Selbstmord, aber mit einem PKW bei Tockenheit sah das
alles soweit problemlos machbar aus. Bevor ich diesen Engpass an Angriff
nahm, rauchte ich hier oben staunend eine Zigarette und beobachtete die
Konkurrenz, welche sich von unten aus dem "Bottom auf
die Switchbacks" zu mir nach oben quälte.
Rechts habe ich diese Stelle in der MAP Grün umrandet
markiert...
Nun aber wieder rein ins Auto und vorsichtig die Serpentinen runterkurbeln. Mann oh Mann, nicht auszudenken wenn das hier feucht oder nass wäre. Man würde das 100%ig mit dem Leben bezahlen. Aber im jetzigen Zustand knochentrocken war natuerlich alles abolut kein Problem. Man schaukelt sich da einfach vorsichtig durch und schon steht man unten also dem Bottom of the Switchbacks und kann oben rechts die Ostseite des Peek-a-Boo Arch sehen ( weiter oben sieht man ein Bild mit der Westseite dieses Arches ). Dann noch eine etwas holperige Meile weiter fahren und schon erreicht man eine Kreuzung mit Hinweistafel.
Hier an der Kreuzung mus man sich nun entscheiden. RECHTS oder LINKS. Rechts geht es zum 33 Milen entferten Bullfrog Basin ( das sollte man nur machen, wenn man einen SUV oder noch besser 4WD Geländewagen besitzt ) und links herum geht es 34 Meilen ( Dirt Road ! ) auf der Notom Road 1670 zur Hauptstrasse UT24 des Capitol Reef National Parks ( das hier gehört aber auch alles mit zum Park dazu ! ). Wer aufmerksam meine Reisetagebücher liesst, dem wird die Notom Road 1670 irgnendwie noch im Ohr klingeln. Weit im Norden lag 2008 mein Trailhead zum herrlichen "Burro Wash Arch". Wer nochmal nachlesen möchte, was und wie es ich es dort "trieb" kann <<<hier klicken>>> . So, nun stand ich also an der Kreuzung und da Worte geduldig sind möchte ich zur besseren Orientierung erstmal eine kleine Übersichtskarte des bisherigen Verlaufes zeigen:
So....nun ist das ganze mit obiger MAP sicher besser nachzuvollziehen.
Ich stehe jetzt an der Kreuzung hinter den Serpentinen und werde links fahren
und Richtung Norden ca. 54 km bis zur Hauptstrasse, der UT24 inmitten des
Capitol Reeef NP klötern.
Nur die letzten paar Meilen sind asphaltiert, sodass nun ein harter
Dirt Road Ausritt anstand. Bei dem Gedanken wurde mir ganz komisch, denn
die Piste war schon hier stellenweise recht ruppig. Ich weiss nun nicht wirklich
wie ich diese wunderschöne Strecke beschreiben soll ?
Atmenberaubend; Mindblowing; Sensationell; Unglaublich;
Zauberland; wären nur ein paar Begrifflichkeiten die das ganze
halbwegs korrekt in Worte kleiden könnten. Bis hierher war der Bur Trail
schon eine echte Wucht und so umwerfend das jeder 0815 Touri da mit offenen
Mund die Fliegen eingesammelt hätte. Aber was nun kommen sollte, haute
selbst mich von den Socken. Ach was schreibe ich hier eigentlich ?!?!
Natürlich mussten auch wieder ein paar wenige Fotos gemacht werden,
welche diesen Zauber zwar nicht rüberbringen, aber sicherlich einen
groben Eindruck vermitteln.
Natürlich musste ich auch mal anhalten um den einen oder anderen
aussichtsreichen ( im wahrsten Sinne des Wortes ) Ausguck zu erklimmen. Dabei
ist zum Beispiel obiges Panorama entstanden und wie sollte es anders
sein, bei runterklettern zur Strasse und meinem geparkten Wagen musste ich
natürlich volle Möhre ausrutschen und auf den Hintern puzeln. Ausser
ein paar Schrammen und blauen Flecken gab es zum Glück keine weiteren
Andenken. Die Strasse selbst fuhr sich stellenweise ausgesprochen
angenehm und stellenweise dachte ich das mit jede Sekunde die Airbags
explodieren. Total unterschiedlich; von "easy going..."
bis "Stossdämpfer Teststrecke" gab es da wirklich alles im Programm.
Obwohl dort wenig los war, traf ich doch ein paar andere Fahrzeuge und alles
SUVs und 4WD. Natürlich war ich hier als einziger
Strassen-PKW im Gehirnerschütterungs-Modus unterwegs. Wenn man
vorsichtig unterwegs ist und aufpasst, ist das alles kein Problem...
Bis jetzt...
...denn auf halber Strecke bekam ich ein Problem, denn die Piste wurde
stellenweise immer sandiger; weicher und schwerer zu befahren. Und dann stand
ich vor einem Stück mit weichem "Dünensand". Ich stellte meinen
Wagen ab und lief auf der Strandpiste durch den weichen Sand und die wilden
Spurrillen welche andere Fahrzeuge dort
h
interlassen hatten, um zu prüfen wo die Problemzone anfängt
und wo diese endet, also man wieder festeren Untergrund hatte. Ca. 100-150
Meter war diese fiese Passage lang. Was nun ? Umkehren
?! Ich überlegte ob ich es wagen sollte meinen Wagen in diesen 100 Meter
langen Sand-Mienenfeld festzufahren ? Da ich ausschliesslich
geländegängigen Fahrzeuge begegnet bin, gab es zumindest potentielle
Hilfe falls ich stecken bleiben würde. Also rauchte ich eine Zigarette;
Trank einen Schluck Dr.Pepper (mach mir Mut) Cola; drückte den
Zündungsknopf an meinem PS-Boliden und legte den Rückwärtsgang
ein, um 200 Meter zurück zu fahren. Nun "D"(rive) reingeknallt;
volle Pulle aufs GAS getreten und in den 250 Metern anlauf auf ca. 60 Meilen
pro Stunde zu beschleunigen. Ich wollte da also mit Gewalt irgendwie durch...
Mein Herz raste; der Motor drehte und ich erreichte diese sandigen Horror-Abschnitt.
Augen zu ( ein bisschen jedenfalls ) und durch; das lenken war ein grosses
Problem, denn das Auto "flog quasi" erst, um dann durch den butterweichen
und tiefen
Sand fast schon zu schwimmen.
Das fühlte sich an, als wenn man im Tiefschnee unterwegs ist. Der
Sand spritze rechts und links von den durchdrehenden Reifen in die Höhe;
ich kurbelte wie verrückt am Lenkrad um die Spur irgendwie zu halten
und der Wagen wurde zudem immer langsamer und die Reifen drehten durch um
kaum noch Vortrieb zu leisteten. Und
TROMMELWIRBEL, ich kam da mit der Brachialmethode
tatsächlich durch, fragte mich danach aber, ob ich nicht mehr alle Latten
am Zaun hätte, denn das war wirklich knapp !
Nochmal gutgegangen. Auch wenn man im Internet oft liesst das viele Dirt Roads problemlos befahrbar sind, sollte man immer die Augen aufhalten um umsichtig agieren. Diese Drecks-Pisten können wirklich heimtückisch sein, da sich der Zustand von Monat zu Monat total ändern kann. Irgendwann hatte ich dann wieder Asphalt unter den Reifen und wusste, dass ich die UT 24 bald erreichen werde. Das war stellenweise ein heisser Ritt durch einen noch viel heissere Gegend. Bis auf das Sandproblem war die Strecke aber auch mit dem Strassen-PKW prima befahrbar !
Schöner Hike im "Little Wild Horse
Canyon":
An der Kreuzung UT24 inmitten des nördlichen Herzens des Capitol Reef
National Parks angekommen, fuhr ich rechts in Richtung Hanksville. Denn nun
stand wieder Hiking-Aktivität auf meinem Tagesplan. Die wirklich
ansprechende Fahrt auf der UT 24 führte über Caineville bis nach
Hanksville.
In Hanksville kann man südlich auf den Highway 95 abbiegen oder
nördlich der State Highway 24 folgen. Das tat ich natürlich, denn
mein Ziel war nun der "Little Wild Horse Canyon" welcher sich in direkter
Nähe zum schönen Goblin Valley State Park
( den ich
2008 besucht hatte ) und dem San Rafael Reef in Sindbad Country befindet.
Unterwegs gibt es landschaftlich viele tolle Ecken die zum verweilen einladen
und ich hatte mal wieder grosse freude diese wunderschöne Ecke in Utah
zu befahren zu dürfen. Auch wenn ich hier schon öfters unterwegs
war, ist es jedesmal auf neue ein beeindruckendes Erlebnis welches einen
ein lächeln ins Gesicht zaubert...
Von Hanksville muss man nur ca. 19 Meilen auf dem State Highway 24 fahren bis man den Milepost 136 erreicht um dann links in die Temple Mountain Road einzubiegen. Nach ungefähr 5 Meilen erreicht man dann die Kreuzung zum Goblin Valley State Park wo man nach links abbiegt ( habe das in der MAP links in ROT eingezeichnet ). Bei GPS Koordinaten 38°34'59.20"N; 110°42'36.05"W biegt man rechts an der Kreuzung ab um 5-6 Meilen zu fahren um den kleinen Parkplatz des "Little Wild Horse Canyons" zu erreichen. Es handelt sich um eine "Dirt Road" welche stellenweise etwas ruppig ist ( hier jederzeit gut Aufpassen ! ) aber die 5-6 Meilen stellen mit dem Strassen-PKW bei trockenheit keinerlei Problem dar. Irgendwann erreicht man einen kleinen Behelfsparkplatz, welcher sogar mit einem kleinen Zivilisatorischen Donnerbalken ausgestattet wurde.
Von hier aus schultert man seinen mit ausreichend Wasserflaschen gefüllten Rucksack und beginnt den Hike in Richtung Norden um schon nach 10 Minuten einen trockenen Wash zu erreichen in den man einsteigt und welchen man Upstream folgt. Irgendwann erreicht man eine Stelle mit einen ca. 3 Meter hohen Drop-Off an dem man nicht mehr weiter kommt.
An
dieser Stelle ein paar Meter zurück und diesen Engpass links oberhalb
der Felsschlucht sozusagen umgehen. Diese Umgehung führt einen ca. 10
Meter in die Höhe und man sieht dann irgendwann von hier oben links
im Fels wandernd unten im Wash zwei Holz-Schilder mit einer natürlichen
etwas unscheinbar wirkenden Canyon-Kreuzung. Sofern man diese Schilder unten
im Wash lokalisiert hat, heisst es sich einen Weg runter in den Wash suchen
( Aufpassen, dass man sich hier nicht die Knochen bricht denn das ist
Stellenweise etwas "Tricky" ). Unten im Wash angekommen, hat man zwei
Optionen:
Rechts abbiegen in den "Little Wild Horse Canyon" (
das rechte Bild zeigt den Wash; das Hinweisschild und
den nach rechts laufenden Little Wild Horse Canyon ) oder weiter nach
Norden in den Bell Canyon. Von hier aus sollte man den interessanteren Canyon
nehmen, also rechts in den "Little Wild Horse" Canyon wandern. Dieser führt
in einem grossen Bogen gegen den Uhrzeigersinn automatisch in den "Bell Canyon"
sodass wenn man einen 7 1/2 Meilen langen Roud-Tripp plant ( da ist man ca.
6-8 Stunden unterwegs, was einem satten Tageshike entspräche ) automatisch
wieder an dieser Kreuzung von Norden dann Südlich laufend erreicht.
Klingt kompliziert ? Nee, ist einfach. Habe rechts
in der MAP die zu laufende Strecke mit roten Punkten markiert. Für
Leute die einen fantastischen Tagesausflug planen fast schon perfekt ! Da
ich heute aber nur ein paar Stunden Zeit für den Hike habe, beschloss
ich nur den Little Wild Horse Canyon zu bewandern ohne einen umständlichen
Loop durch den weniger interessanten Nordteil samt Bell Canyon zu komplettieren.
Meinen Umkehrposition habe ich mit dem grünen Strich gekenntzeichnet
und vom Zeitaufwand her, sind das drei gemütliche und tolle Hikingstunden.
Also noch genau das passende für meine mittlerweile übel ledierten
Füsse welche in den letzten Tagen ja doch den einen oder anderen
Gewaltmarsch auszuhalten hatten.
Da heute am Parkplatz viele Fahrzeuge parkten, dachte ich erst "hier
tobt die Touri-Hölle", aber ich war erfreut als ich sah, dass einige
3 Zentner-Amis schon im Wash auf dem Weg zum Little Wild Horse Canyon schlapp
machen und nach Luft in der mittlerweile heftigen Hitze rangen. Auch sonst
verteilten sich die Menschen so dermassen das man überwiegend allein
unterwegs ist. Und viele der Leute gehen auch nicht sonderlich tief in den
Little Wild Horse Canyon rein, da denen schnell das Wasser ausgeht, denn
mir begegneten wild schwitzend viele auf Badeschlappen und nur einer kleinen
leeren Wasserpulle in der Hand.
Ein sehr grosser Fehler, denn die schönsten Slot-Bereiche des Little
Wild Horse Canyons erreicht man erst dann, wenn man tiefer in diesen Slot-Canyon
vordringt. Ausserdem bot die Hitze und Trockenheit einen weiteren riesen
Vorteil. Wie auch gestern schon im Tunnel-Slot, war der Canyon bis auf ein
paar kleine Rest-Tümpel komplett trocken, sodass man ohne Nasse Füsse
zu bekommen prima laufen kann. An einigen Slot-Passagen wird es mitunter
etwas eng und auch sind ein paar kleine Drop-Offs zu erklimmen, aber das
ist alles ziemlich easy sofern man da nicht mit Badeschlappen unterwegs ist.
Ausserdem erhöht es den Reiz des Canyons ungemein, da es im Canyon niemals
langweilig wird...
Interessant sind auch die vielen erodieren
Löcher in den Canyon-Wänden welche fast schon 3 Dimensional wirken
wie auch das Gestein das an einigen Stellen
aussah, als wenn es
aus Knetgummi geformt wurde.
Diese Formationen erwarten einen übrigens schon ziemlich am Anfang
des Canyons und lassen die Phantasie
Achterbahn fahren. Je weiter man sich dann vorarbeitet, desto enger
und spektakulärer werden die immer tolleren Slot-Passagen. Und ständig
öffnet sich der hübsche Canyon um im nächsten Abschnitt wieder
von wunderschönen engen Slots abgelöst zu werden. Man fühlt
sich wie Indiana Jones auf der "Suche nach dem goldenen Slot". Der Weg ist
hier eindeutig das Ziel und man tut sich einen grossen Gefallen möglichst
lange und tief in den Canyon zu laufen !
So geht das dort die ganze Zeit hin und her und eine Ecke ist schöner
und beeindruckender als die nächste. Ich gehe sogar soweit, den Litte
Wild Horse Canyon sogar zu einem der schönsten Slot-Canyons zu kühren.
Ich war jedenfalls schwer beeindruckt, auch wenn das Licht bei diesen
Rahmenbedingungen alles andere als Optional mit Fotos war. Dennoch habe ich
dort geknipst wie ein verrückter und natürlich musste auch mal
wieder ein Eintrag in mein Video-Tagebuch nicht fehlen. Wer sich das im Video
anschauen möchte, <<<klickt
hier>>> oder oben rechts in den TV-Monitor ! Hier nun noch eine
Ladung Bilder:
Irgendwann hatte sich mein Slot-Akku aufgefüllt und ich war soweit
in den Canyon vorgedrungen, dass ein Blick auf meine Uhr anzeigte umzukehren,
denn ich habe noch eine mächtig lange Tour zu meinem nächsten
Übernachtungs-Ziel "VERNAL" zu fahren. Auf dem Weg zurück sah der
Canyon natürlich komplett anders aus und auch da gab es wieder viel
schönes zu entdecken. Am liebsten wäre ich hier den ganzen Tag
rumgelaufen, denn das Wetter heute war noch Super was sich aber spätestens
Morgen schlagartig ändern wird. Habe hier im doppelten Sinne grosses
Glück gehabt. Zum einen war das Wetter klasse ( fast schon zu heiss
! ) und zum zweiten das man hier trockenen Fusses durchlaufen konnte ohne
durch Stinkende Wassertümpfel sogenannten "Potholes" zu stiefeln. Hier
noch eine letzte Ladung Bilder von meiner Tour zurück zum Trailhead
und Parkplatz:
Irgendwann erreichte ich mein Auto und zog bei einer Dose Dr:Pepper Aufbau-Cola ein Resumee. Von vielen Ideen war das heute eine wirklich gute und der Tag bisher war genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Voller neuer Eindrücke mit einem so grossen Spass-Faktor auch wenn es stellenweise bei der Hitze etwas anstrengend war und meine Füsse mal wieder wie Feuer brannten. Viele mehr kann man da wohl nicht reinstecken und es wurde höchste Zeit mich hier vom Acker zu machen um mich nun nach Vernal durchzuschlagen...
225 Milen bis Vernal; Hotel suchen und meine
US-PISA Studie samt lecken aller Wunden:
Nun hiess es den MDA-II und IGO8 Navi anschmeissen und
"VERNAL" eintippen. Von hier aus waren es 225 Milen
bzw. 360km zu fahren und der Navi zeigte an
das ich dafür ca. 4 Stunden benötigen werde. Also startete
"Mad Micha Max" den Motor holperte die ruppige Dirt-Road fast schon im
Stoss-Dämpfer Killer Modus viel zu schnell bis auf den rettenden Asphalt
um wieder zurück auf die UT 24 in Richtung Norden zu fahren.
Irgendwann erreichte ich die Interstate 70 auf der ich
Richtung "Green River" nach ca.10 Meilen wieder runter
musste um auf den US-Highway 191 zu kommen.
An dieser Stelle neben der Interstate stoppte ich meinen Wagen und ein
Blick auf die Uhr sagte mir, dass es vielleicht keine schlechte Idee wäre
schon jetzt ein Zimmer in Vernal zu reservieren. Also suchte ich in meinem
IGO8 Navi in Vernal nach einem "MOTEL 6" und
klicke im Navigations-Programm auf den Telefonknopf ( denn neben den Adressen
sind auch die Telefonummer gespeichert und mit dem Smartphone sofort nutzbar
) um mal dort anzurufen und nach den Rates zu fragen. Der Mitarbeiter im
Motel 6 bot mir ein mit AAA-Rabatt ein Zimmer
mit WLAN für 63 US$ an und da schlug
ich hier und jetzt neben der Interstate 70 stehend sofort zu und reservierte
ein Zimmer mit dem üblichen VISA-Kreditkartengetüddel samt
Adressangeben. Alles in allem hat das ganze Telefon-Procedere ca. 7 Minuten
gedauert. Klasse, nun konnte ich mir Zeit lassen und musste mir keine Gedanken
bezüglich der preiswerten Motelsuche mehr machen.
Also knisterte ich auf der US 191 irgendwann
durch das langweilige Tal des Price Rivers vorbei an
"Price". Übrigens in "Price" leben heute ca.8000 Einwohner und
die Geschichte dieser kleinen Stadt ist interessant. Denn Abraham Powell
und Caleb Baldwin Rhoades, beide Trapper aus Salem, erreichten dieses Gebiet
im Jahre 1877 und errichteten eine Blockhütte. Diese erste Hütte
war der Ausgangspunkt für das heutige Price. Der Ort wuchs sehr schnell
nach der Entdeckung von Kohle in den 1880er Jahren. Eine sehr große
Veränderung brachte auch die Eisenbahn, die hier mit einem Anschluss
an die Kohleminen 1883 errichtet wurde. Vorher war Price eine kleine isolierte
Farmergemeinde und wurde nun ein aktiver Handelsplatz.
Butch Cassidy und seine Bande kamen oft in die
Stadt, um sich mit Vorräten zu versorgen. 1897 stahl Cassidy
die Lohnliste der Pleasant Valley Coal Company. Price wurde nach dem Price
River benannt (Entdecker war William Price (1869)).
Weiter ging es über "Helper" durch die "Panther Canyon Mountains" und der Ortschaft "Martin" durch ein Valley in dem Oel und Gas gefördert wird und einer schön zu fahrenen Gebirgksformation nach "Duchesne", wo ich rechts auf den Highway 40 abbog. Dieser Highway bachte mich nach 100km bis nach "Vernal" meinem Ziel und dank des MDA-II und dessen dort installierten "IGO8" dauerte es nicht lange, bis ich direkt vor dem Motel 6 stand um mein reserviertes Zimmer zu stürmen.
Wie immer war dort alles typischer Motel 6 Standard, aber das Zimmer
noch besser als erwartet. Auch der Passwort auf dem Schmierzettel welche
ich von dem Typen an der Rezeption erhalten habe funktonierte für das
Hauseigene WLAN wunderbar. Nachdem das Zimmer also ok war, beschloss ich
nochmal
loszufahren
und einen Happen futtern zu gehen. Ein paar Blocks entfernt sah ich
ein McDonalds und beschloss dort für kleines Geld
zu sündigen, denn auf 2 sündige BigMacs samt etwas Klimbim
für sehr kleines Geld hatte ich Appetit. Und da man bei McD wie üblich
alles frisch zubereitet oder besser gesagt zusammenpuzzelt, musste ich
meinen total komplizierten Vornahmen "MICHAEL"
angeben; durfte bezahlen und wurde dann im total leeren Restaurant sogar
noch total Offiziell ausgerufen als meine Bestellung "ready to Mampf" war.
Schaut Euch links mal an, wie die Amerikaner "MICHAEL"
schreiben. Das ist wohl symptomatisch für den Zerfall der USA.
Das die ohne Taschenrechner nicht rechnen können war mir bekannt; das
die oft sogar schlechteres Englisch quasseln als ich mit meinem
Hauptschulenglisch auch. Aber das die nichtmal mehr einen einfachen
geläufigen Vornamen auf die Reihe bekommen, war neu.
Ein einziges Wort und das dann auch noch Falsch ! "Sit
down -F-". versetzung stark gefährdet. Und ich dachte bisher
immer ein mittelschlimmer Legasteniker zu sein. Wollen wir wetten der McDonalds
Busche, wird in kürze bei der US-Army und den Marines freiwillig antreten
?! Die Vorraussetzungen scheinen gegeben...
Nachdem ich es mir schmecken liess und prima satt war, fuhr ich noch
ein bisschen durch dieses quirlige 8000 Seelen ( in dem fast nur
Öl/Gasfirmen sitzen ) Nest und wieder zurück in meinem mittlerweile
vollen Motel 6, denn ich war mittlerweile schlimm müde und wollte nur
noch TV schauen; ein paar leckere Bierchen schlürfen und meine Wunden
lecken. Denn mittlerweile sah ich im Gesicht und den Füssen schlimm
gezeichnet aus. Die dicke Kruste meiner verbrannten "Nikki Lauda" Nase
löste sich mittlerweile auch um dort zu bluten; meine beiden Füsse
mit den vielen Blasen suppten und schmerzten wie das Höllenfeuer des
"Valley of Fire" und zudem war ich von diesem sehr langen Tag total
Platt...
Also ab ins kuschelige saubere Bettchen und von innen meiner Schönheit mit ausreichend Bier und Zigaretten den letzten Schliff verleihen. Was morgen abgeht und wie das Wetter wird, wollte ich garnicht mehr wissen. Aber ich wäre nicht hier oben in Vernal wenn ich nicht einen Plan hätte. Wer nun wissen möchte wie dieser Plan aussieht, sollte unten rechts auf -Tag 16- klicken...
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