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Sonntag, der 17 Mai 2009:
Trotz der kleinen Schlägerei samt Schlafunterbrechung mitten in der
Nacht durch die besoffenen Vollidioten ( Bauarbeiter ), war es kein Problem
schon gegen 6 Uhr morgens aufzustehen. Da ich mein Vorhaben, den "Cosmic
Ashtray" und das Befahren des Spencer Flats schon gestern verworfen hatte,
sollte heute mein Notfall/Ersatzplan "B" zum Einsatz kommen.
Ich hatte mir fest vorgenommen, im "Harris Wash" zum
"Zebra-Slot" und "Tunnel-Slot" zu wandern resp. wie die Amis zu sagen
pflegen zu "Hiken"...
Also erstmal eine erfrischende Dusche; ein bisschen Zahnhälse quälen und voller jugendlicher Frische mit einem Collesterin-Wert ( im übrigen das böse Collesterin! ) von 350 runter in die Lobby toben um einen kostenlosen Kaffee einzuwerfen. Madam "Prospector Inn" war natürlich auch schon wieder auf posten und wie immer ergab sich eine kleine angenehme nette Plauderei. Wir liessen uns über die Randalierer von heute Nacht aus und ich nutze auf Nachfrage die Gunst der Stunde von meinem Tagesplan zu erzählen, sodass zumindest eine Person grob wusste, wo ich mich heute herumtreiben werde. Wenn mir unterwegs etwas passiert, kann dann gezielt nach meiner Leiche gesucht werden ( just in Case ).
Der Kaffee war zwar nicht Tschibo-Like, aber durchaus geniessbar und im direkten Vergleich zum Motel 6 Kaffee fast schon Kaffee-Oscar würdig. Ok, unter den einäugigen Kaffeeautomatenbedienern war die Dame in der Lobby ganz klar die unangefochtene Königin....smile...Nachdem ich dort eine Weile nett plauderte und meinen süssen Kaffee trank war es irgendwann an der Zeit wieder ins Zimmer zu wackeln um mich für den heutigen Tag fertig zu machen. Im Rucksack befand sich wie immer alles was ich brauchte und genürgend Trink-Wasser hatte ich noch Palettenweise im Kofferraum liegen...
Dann noch 3 US$ ( plus 2 US$ in albernen Klimpergeld ) für die Mädels vom House-Keeping unter den mit Kippen vollgeballerten stinkenden Ascher und schon sass ich im Nissan und konnte mein kleines "Mini-Abenteuer" beginnen. Also mein Smartphone "MDA-II" in die KFZ-Halterung und Noni-GPS Plot starten. Gestern Abend hatte ich mir mittels Google-Earth noch die passenden GPS-Koordinaten rausgesucht und gleich ins Telefon gehackt. Als Trailhead sollte ein vielversprechender Seitenwash dienen, welcher mich direkt in den "Harris-Wash" bringen müsste ( ob das aber klappt wusste ich natürlich nicht ). Vom Harris-Wash werde ich dann leicht meine Ziele GPS-Gestützt mit dem MDA-II und meinem in der Hose steckenden GPS-Receiver lokalisieren können. Vorab: Das das dann doch deutlich anstrengender wird als erwartet, zudem den ganzen Tag andauern würde und meine mittlerweile böse kaputten schmerzenden Füsse samt Kreislauf wieder ungemein fordern wird, wusste ich zun diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht...
Fahrt durch die "Hole in the Rock Road" zu
meinem Trailhead:
Da im Internet viele Möglichkeiten beschreiben wurden
zum Zebra-Slot aber auch den in der Nähe befindlichen Tunnel Slot zu
gelangen, habe ich mir eine komplette neue, also die
"Micha-Variante" ausgedacht. Also eine komplett neue Route ersonnen,
welche mir bei Google-Earth inform eines Seiten-Washs aufgefallen ist. Ich
wusste natürlich wo sich der Zebra-Slot ( der nach wie vor nichtmal
bei der BLM beschreiben vorliegt und auch eine Art Super-Geheimtipp für
alle Möchtegern-Insider ist, die da ein grosses Geheimnis aus dem Zebra-Slot
machen wohl um die Exklusivität Ihres heiligen Slots zu wahren ).
Diese Micha-Variante hin zum Zebra-Slot
hat ein paar grosse Vorteile, weil es fast der direkte Weg ist und man sich
unterwegs im grunde auch nicht verlaufen kann.
Der Zebra-Slot und Tunnel-Slot liegen an der Hole in the Rock Road (
kurz HITRR ) und beide sind vom Harris-Wash aus erreichbar.
Um nun möglichst einfach zum Harris-Wash und zu diesen beiden Highlights
zu gelangen, kommt nun die Internet-Beschreibung meiner "Micha-Variante"
was viele anderen sicherlich nicht
ganz recht sein dürfte, da die so tun, als wenn es sich um deren
persönliche heiligen Slots handelt. Damit räume ich hier nun auf,
sodass nun jeder recht einfach meine Micha-Tourvariante nachwandern kann
ohne wilde Kletter-Orgien oder Gefahren eingehen zu müssen, was anderen
scheinbar total wichtig ist wohl auch um andere von einem solchen Vorhaben
abschrecken zu wollen.
Also nehme ich Euch nun mit, in die heiligen Slots des Grand Staircase-Escalante National Monument (GSENM) und scheiss auf den James-Bond Geheimnis-Blödsinn wie der oft auf anderen Webseiten sehr krytpisch zu finden ist. Denn ich bin immer für einfache Lösungen, welche nunmal jeder nachmachen sollte und ich werde auch nicht den Fehler begehen, hier Geheimhaltung oder Geheimniskrämerei zu betreiben wie das andere im Internet so gerne tun um sich wichtig zu machen.
Als erstes fuhr ich
von "Escalante und meinem Prospector Inn" südöstlich auf der UT
12 fast exakt 9 km ( 5.6 Meilen ) um rechts
in die "Hole in the Rock Road" einzubiegen.
Bei dieser gut gewarteten Drecks-Piste welche ich schon einmal 2008 befahren
hatte handelt es sich um eine "unpaved Road", also man knistert da ohne
Versicherungsschutz überwiegend über
eine Waschbrettpiste die den Wagen mehr oder minder hefltig durchschnüttelt
fast parallel zum irgendwann links immer weiter entfernt
liegenden Harris-Wash ( das ist später auch unser
Ziel-Wash ! ). Um einen Eindruck zu bekommen, wie es sich auf der "Hole
in The Rock Road" fahren lässt, habe ich eines meiner kleinen
berüchtigten Sabbel-Internet Videos produziert. Wer sich nun mal wieder
traut, kann oben links in den TV-Monitor oder
<<<<hier
klicken>>>> um sich diesen Blödsinn anzuschauen.
Auf der Hole in the Rock Road muss man
nun bis zum Trailhead exakt 11,2 km ( 7 Meilen )
fahren, bis man links aber auch rechts einen markanten Seitenwash
erkennt, welcher links in Richtung "Harris Wash" führt. Die GPS Koordinaten
hatte ich
in meinem MDA-II eingegeben: 37°38'52.75"N;
111°27'28.26"W aber man kann schnell vorbeifahren, wenn
man so wie ich, unaufmerksam ist. Und ich bin da natürlich trotz GPS
vorbeigefahren ohne den Wash wirklich als Ziel identifiziert zu haben. Wer
nun rechts oben in den TV-Monitor oder
<<<<hier
klickt>>>>, kann sich dieses "ich rausch
mal schnell vorbei, an meinem Trailhead" Sabbel-Video anschauen. War
da so mit meinem Videogelaber beschäftigt, dass ich einfach total
unkonzentriert war. Egal, hatte meinen Fehler schnell bemerkt; gewendet und
bin kurzerhand die paar 100 Meter zurück gefahren...
Links in der Map habe ich ich den Trailhead blau markiert wo ich einfach seitlich auf der HITRR meinen treuen Nissan im Staub parkte und mich wanderfertig machte. Soll heissen, ich deponierte soviel Trink-Wasser ( habe mittlerweile begriffen, dass man nie zuviel davon dabei haben kann ) wie ich nur konnte in meinem Rucksack und cremte meine mittlerweile auch schon led(er)iertes ( Betonung liegt hier auch "LEDER" ) Gesicht; Arme und Beine mit einer dicken Schicht Sunblocker ein...
Danach stieg ich dann in den Seitenwash ein und wanderte diesen wie in der links zu sehenden blau gepunkteten Linie Nordöstlich ab. Dieser Seitenwash-Hike war zwar sehr einfach, aber stellenweise auch etwas kniffelig, da man hin & wieder ein paar eher einfache Hindernisse umlaufen musste und es immer in Scheifen ( nunja, ein trockener Flusslauf ) voran ging. Ferner war das laufen auf dieser insgesamt 4,5 km langen Strecke bis zum erreichen des Harris-Washs stellenweise anstrengend, da man da fast ausschliesslich im weichen Sand herumlatschen muss. Auch störten mich dort die Unmengen anhänglicher Fliegen welche mich wild brummend irgendwie ständig zu verfolgen schienen. Das letzte Drittel dieses Seiten-Wash´s war dann ausgesprochen fotogen und wurde immer hübscher und interessanter und ich erreichte nach ca. 1 Stunde endlich den breiten grossen Harris-Wash. Fotos habe ich hinterwegs keine gemacht, da ich mich auf das schnelle Erreichen des Harris-Wahs konzentrierte...aber knapp 5 km im weichen Sand, sind und bleiben 5 km im weichen Sand. Somit kommt man unterwegs schonmal vernüftig auf "Betriebstemperatur".
Tour durch den Harris Wash und Besuch des
Zebra-Slots:
Am
"Harris Wash" angekommen, beschloss ich meinen die letzte Stunde gelaufenen
Seitenwash im Sand deutlich mit einem grossen Pfeil zu markieren, damit ich
später Nachmittags nicht zufällig erschöpft dran vorbeilaufe
und meinen Weg zielsicher wieder zurück finde ( eine wirklich gute Idee
wie sich noch herausstellen sollte ).
Nebenbei startete ich auch als weitere dämliche High-End Sicherheitsmassnahme meinen MDA-II und meinen Noni-GPS Logger. Und ich war nicht allein im Harris-Wash, denn ich stand unter Beobachtung ! Eine Kuh inmitten des Washs glotzte die ganze Zeit horny zu mir und dachte sich wohl "was will dieser humanoide äusserst attraktive und hübsche "10-Klauenbursche" denn hier ?!".
Ich hingegen fragte mich "Ey, Du geile Kuh, was um himmels willen hat Dich hüsches Mädel denn in diese einsame Gegend verschlagen...?"
Rechts in der Map habe ich die nach Osten führende ca. 2.8 km lange Strecke an der ich von meinem Seitenwash von der HITRR kam rein im Harris-Wash bis zum finalen "Zebra-Slot" blau gepunktet eingezeichnet. Das Laufen im Harris-Wash empfand ich als problemlos, da es dort genügend Möglichkeiten gab dem feinen tiefen Sand auszuweichen und über gefestigsten dafür aber steinigen Untergrund zu laufen. Ausserdem machte es mir grossen Spass in dieser schönen Umgebnung zu hiken, aber schon hier merkte ich, das es doch jetzt anstrengender war als erwartet...
Irgendwann musste ich ( siehe MAP oben rechts
) links vom Harris-Wash abzeigen in einen nördlich verlaufenden sandigen
Seiten-Wash. Und dieser anfangs riesige Wash wird mich direkt zum Zebra-Slot
-also der finalen Quelle-
führen.
Allein die Dimensionen des Washs lassen grob erahnen, welche Wassermassen
hin & wieder bei schlechten Wetter durch den Zebra-Slot schiessen und
was für Urgewalten dabei im Spiel sein müssen. Und dieses letzte
Drittel der Strecke bis zum Zebra-Slot waren richtig anstrengend, denn der
Wash besteht aus feinstgeschirgelten Sand in dem das Laufen extremst anstregend
ist. So anstrengend, dass ich unterwegs in der prallen Sonne eine Verschnaufpause
einlegen musste und mich links auf festeren Untergrund zum Slot zu kämpfen
( siehe Bild links...die Spalte zwischen den Felsen markiert den Zebra-Slot
) . Ich kämpfte mich aber tapfer durch den feinen und stellenweise
recht tiefen Sand und erreichte irgendwann übel
schwitzend mein Ziel, den anfangs noch weiten immer enger zulaufenden
"Zebra-Slot". Hier mal eine Ladung Bilder die ich dort sofort geschossen
habe:
Der Zebra Slot ist bestimmt einer -wenn nicht der- schönsten
Slot-Canyons welche ich jemals gesehen habe. Bestimmt aber der beeindruckenste
in Bereich des Grand Staircase-Escalante National Monuments.
Von der Position von der ich hier desn Zebra-Slot enterte konnte man
bestimmt 100 Meter in den immer enger werdenden Zebra-Slot reinstiefeln.
Wobei ich allerdings meinen Rucksack recht schnell liegen liess, da der
Zebra-Slot schnell sehr eng wird. Die Strukturierung der Felswände ist
sensationell schön und vergleichbares wird man nirgends in der Welt
finden. Die Canyonwände bestehen aus rotbraunem Navajo Sandstein, dem
hier absolut typischen Gestein und im Abstand von einigen Zentimetern ist
der Fels horizontal von hellen und dunklen horizontalen Streifen durchzogen,
was wohl den Namen "Zebra-Slot" mehr als gerecht wird. Die Canyon-Wände
sind an einigen Stellen vollgepackt mit meinen so heiss geliebten 130-150
Mil. Jahren alten Moqui Marbles bzw. dessen was davon hier noch übrig
ist.
Im Internet liesst man zum Zebra-Slot und der Begehung teilweise
abenteuerliche Kletter-Geschichten ( und der Standort wird auch gerne geheim
gehalten, was er nun nicht mehr ist, dank dieser exakten Beschreibung ) und
das meiste ist alles ausgemachter Unsinn, sofern dieser tolle Slot so wie
hier und jetzt komplett trocken vor einem liegt. Auch sollte man keine Panik
haben im Zebra-Slot stecken zu bleiben, denn das wird man keinesfalls.
Selbstredend wird der Slot irgendwann sehr eng ( was
ja auch der Grund war, warum ich meinen Rucksack irgendwann zurück liess
), aber man kann trotz der Enge wunderbar und auch erstaunlich tief in den
Slot vordringen. Also keine Panik und nur Mut, denn wenn ich Seppel
das alles schaffe, schafft das auch jeder andere...smile...
Sollte im Zebra-Slot aber Wasser stehen ( was
sehr häufig vorkommt, da Wasser im diesem Slot nur sehr langsam verdunstet
), sollte man allerdings extrem vorsichtig sein, denn das ist allein
Lebensgefährlich. Hier und heute war alles Knochentrocken
und ich sehr froh das dieses extrem seltene Glück mir den Vorteil
verschaffte, wirklich sensationell tief in diesen beeindruckenden Slot
einzutauchen. Stellenweise ist der Canyon unten an den Stinkemauken so dermassen
eng, dass man mit seinen Schuhen teilweise wirklich stecken bleibt und man
die Füsse um 45 Grad Winkel verdrehen/anwinkeln muss um dort
weitrerzukommen. Wer unter Platzangst leidet, wird dort seiner Phobie
fröhnen können. Ich lief jedenfalls so tief, das auch ich irgendwann
beim besten Willen nicht mehr weiter kam ( an einem fiesen tiefen Drop-Off
war dann auch für mich irgendwann Schluss...schade ! ).
Nachdem ich am Drop-Off nicht mehr tiefer in den Zebra-Slot eintauchen konnte, hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Ich stellte mir die Frage "wie weit wird der Slot wohl noch gehen ?" und beschloss dieser Frage auf den Grund zu gehen. Also musste ich irgendwie versuchen an das andere hochgelegene Ende des Zebra-Slots zu gelangen...
Zebra-Slot von oben ( Klettertour ) und der
für mich spektalulärste Fund meines
Lebens:
Ich ahnte auf meinem Rückweg
aus dem Zebra-Slot zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was für eine Sensation
heimlich auf mich wartete, denn ich war vom Zebra-Slot so dermassen verzaubertt,
dass ich diesen unbedingt mal von der anderen Seite ( also den Bereich wo
das Wasser in den Slot stürtzt ) weit oben anschauen wollte. Also lief
ich ein gutes Stück den Zebra-Washs runter um mir einen Überblick
zu verschaffen was für Optionen es gab auf den Zebra-Slot zu klettern.
Das Felsmassiv rechts vom Sloteingang sah lebensgefährlich aus und mir
war nicht danach hier allein zu krepieren. Das Felsmassiv zur linken vor
dem Slot ( siehe Bild links; der Bereich links vom
markannten Baum/Strauch ! ) hingehen sah selbst für mich "bezwingbar
aus". Also beschloss ich spontan zur linken einen Weg über den nackten
Fels weit nach oben zu suchen und finden und erachtete den Aufstieg dort
als ein durchaus "kalkulierbares Risiko". Aber
auch nur deswegen ( Höhenangst ) weil meine Neugier deutlich grösser
war als meine Höhenangst...
Also kletterte ich das unscheinbar wirkende gigantische Felsmassiv rauf
und suchte mir dabei eine Route die möglichst "unbedenklich" war, denn
ich kann es mir in dieser einsamen Gegend
keinesfalls erlauben mir meine Gräten zu brechen. Unterwegs
verschwendete cih auf halber Kletter-Stecke einen Blick nach unten und
zurück und noch einen Gedanken ans aufgeben, denn ich bekam mit jedem
Höhenmeter immer mehr Schiss, aber so schlimm war das nach oben dann
zum Glück doch nicht ( wobei ich diese Strecke auch wieder runter
muss....aber das verdrängte ich hier und jetzt ). Also hiess es nicht
zurückschauen und tapfer immer weiter nach oben krakseln...
Oben auf meinem Zebra-Slot, also dem "Micha-Gipfel" angekommen wurde
ich mit einem herrlichen Überblick bis hin zum Harris-Wash belohnt,
denn das war wirklich ein toller Premium-Aussichtsplatz mit einer tollen
Übersicht und nebenbei auch angenehm "luftig".
Ich kämpfte mich nun parallel zum Zebra-Slot -welcher rechts von
mir wie eine klaffende Felswunde wartete- nach Norden bis ich irgendwann
zu einem
Stacheldrahtzaun kam und mich fragte: "Wer um
Himmels willen stellt in dieser Gegend einen Stacheldrahtzaun auf den Fels
und auch warum....?". Ich schmiss meinen Rucksack und Hiking-Stöcke
auf die andere Seite vom besagten
Stacheldrahtzaun und zwischen dem Felsboden
und der erste spitzen Stacheldrahtreihe gab es ziemlich
exakt 25cm "Space". Also genügend Platz
um auf den Rücken liegend wie eine Raupe ( welche mal ein
wunderschöner Schmetterling werden wird ) vorsichtig auf dem Rücken
unter dieser Barriere hindurchzukriechen. Nichtmal meine 30cm lange Pinoccio-Nase
habe ich mir dort angekratzt, was aber sicherlich meiner
geschmeidigen "Raupentechnik" zuzuschreiben
war. Gut das mich dabei niemand gesehen hat, denn die hätten bestimmt
vermutet, das da so´n Typ aus good old Germany nicht mehr alle Stacheln
am Drahtzaun hat. Oben rechts in der MAP habe ich die
Position des Zauns grün eingezeichnet
!
Ich schaute mir den oberen Bereich des Zebra-Slots
faziniert genau an und der war in meinen Augen allein von hier aus wirklich
gefährlich. Ein paar tiefere Drop-Offs die man allein und ohne Seil
und Buddy keinesfalls bewältigen kann. Ausserdem verstand ich hier und
jetzt was für ein seltenes Glück ich hatte, dass der Zebra-Slot
komplett ausgetrocknet war. Ich
wunderte mich im Zebra-Slot schon, das ich da total problemlos und trockenen
Fusses tiefer als so manch anderer eindringen konnte, denn für
gewöhnlich steht dort und auch hier oben das Wasser hüfttief, sodass
der Zebra-Slot eine nasse;feuchte Sauerei darstellt. Ich hatte hier; jetzt
und heute extrem grosses Glück das alles Knochentrocken war, denn das
ist selten. Ja, warum sollte ich nicht auch mal das Glück des
tüchtigen haben, verdient hatte ich es sowieso...hier hinten am oberen
Anfang des Zebra-Slots sah ich auch ein paar hübsche Mokqui-Mabels und
beschloss der natürlichen Moqui ( Moki ) Spur einfach mal tiefer in
dieses Gelände zu folgen. Und nach 300 Metern in nordöstlicher
Richtung traute ich meinen Augen nicht. Denn ich entdeckte hier ein gigantisch
grosses Moqui-Feld mit mehreren 10.000 dieser herrlich schönen
Mokqui-Marbels in allen nur erdenklichen Variationen. War
ich tot und nun im Moki-Heaven; träume ich das hier alles nur ? Nein
! Ich habe durch Zufall endlich das gefunden was ich nun schon so lange gesucht
habe- Moki´s satt; massen davon; alle Variationen; scheinbar
weitensgehend unberührt. Natürlich gab es nun kein halten mehr,
denn ein Videotagebuch-Eintrag musste her. Wer sich traut meine Begeisterung
aushalten zu können, klickt todesmutig in den Monitor rechts oben oder
einfach <<<< HIER
>>>>. Natürlich habe ich nun auch meinen Knipsomaten
aktiviert und ein paar Bilder geschossen, denn wer weiss wie lange das dort
noch so unberührt aussieht ?!
An dieser Stelle nochmals eine BITTE, lasst die
Moquis dort liegen und verkneift es Euch ( so reizvoll das auch ökonomisch
erscheinen mag ) diese tollen und wunderschönen Mokis zu klauen damit
auch andere User eine Chance haben dieses tolle Feld zu geniessen. Falls
jemand etwas klaut, soll dem beim Scheissen der Blitz treffen und Zeit seines
Lebens das Moki-Pech verfolgen. Hier noch eine weitere
Ladung Bilder, welche ich in diesem Bereich geschossen habe, denn da konnte
ich mich einfach nicht zurückhalten...
Das sollte nun ausreichen, denn nach etwas mehr als 1 Stunde in diesem Traumland hatte auch ich genug gesehen und ging auf dem gleichen Weg den ich kam wieder zurück. Also im "Raupenmodus" unter dem Stacheldraht durchkriechen und vor dem Abstieg weit oben ging mir die Höhenangst-Düse resp. ein feuchter Angstpubs sass mir übelst quer....smile...ich fühlte mich hier oben wie eine Katze die auf einen Baum geklettert ist und sich nun nicht mehr runter traut. Ich fragte mich: "...wie um himmels willen bin ich hier hochgekommen ?". Es half aber alles jammern nichts, irgendwie musste ich nun wieder einen Weg runter finden. Meine nun voll ausgefahrenen Hiking-Sticks waren hier eine wertvolle Hilfe und ich war wieder mal sehr froh diese dabei zu haben, denn diese "Krücken" haben mir den doch recht steilen Weg nach unten prima stützend und stabilisierend grossartig geholfen. Nun hiess es den Wash des Zebra-Slots folgen ( weicher Sand und anstrengend ! ) bis ich kurz vor dem Harris-Wash eine Stelle mit kühlenden Schatten fand, wo eine Zigaretten & Trinkpause ( Kippe als Restmüll wanderte in die Hosentasche ) einlegte, bevor es zu meinem letzten Tages-Ziel dem Tunnel-Slot gehen sollte...
Der Weg und Besuch des "Tunnel
Slots":
Von meinem "Pausen Felsen" am Harris-Wash waren
es bis zum Eingang des Tunnel-Slot nur 2,7 km zu laufen. Ich gab in
meinen MDA-II Handy also folgende GPS-Position für den links liegenden
Wash-Abzweiger
hin zum Tunnel-Slot ein: Breite: 37°39'9.84"N
und Länge: 111°24'25.76" und marschierte im Harris-Wash
über grosse Schleifen in östliche Richtung los.
Mittlerweile hatte sich die Gegend aufgrund des schönen Wetters
auch wieder
richtig
kuschelig auf min. 100 Grad Fahrenheit ( = 38 Grad
Celsius ) oder sogar noch ein Tick mehr aufgeheizt und die Hitze erschien
mir ohne kühlenden Wind hier unten im Harris-Wash als brutal. Aber da
ich genügend Wasser dabei hatte und auch noch recht gut beisammen war,
störte mich das nicht mehr wirklich und ich wunderte mich unterwegs,
an was sich ein Mensch in so rel. kurzer Zeit alles gewöhnen kann. Das
heute nur zwei Wochen zuvor, hätte mir das Wasser im Hintern kochen
lassen. Aber nach nun fast 2 Wochen war das irgendwie fast schon
normal...
Auf halber Strecke muss man im Harris-Wash links rel. an einem grossen gewundenen Felsvorspung vorbei und ich wunderte mich dort über den Krach der mir verdammt bekannt vorkam. Hier flogen mal wieder massenhaft Bienen herum und ich beschloss dieses "Gewusel" möglichst zügig zu passieren. Denn man weiss schliesslich nie, wie agressiv diese Wildbienen-Rasse ist. Um mich schwirrten zwar eine Vielzahl dieser Bienen "wild beschnuppernd" herum, aber irgendwie hatten die wohl keinen Lust einen Stachel in meinen verschwitzen Body zu jubeln.
Aber gewaltig Schiss hatte ich da trotzdem, denn der Lärm den ein
grosser Bienen-Schwarm erzeugt, war für mich der totale Horror. Wie
auch schon beim Schwarm in Joshua Tree National Park am Jumbo Rock, gab es
im Fels eine Spalte vor dem das wilde Bienenvolk höchst aktiv war. Nichts
wie weg und ich schaltete den Hiking-Turbo rein. Dann ging es weiter...immer
weiter...und als ich ein Blick auf mein MDA-II Handy warf, stellte ich zu
meinem Entsetzen fest, dass ich an meinem Abzweiger links ( also nach Norden
) tatsächlich vorbeigerannt bin.
Also umdrehen; etwas zurück laufen und eine Stelle suchen, wo man nach Norden in den Seitenwash des Tunnel-Slots stiefeln kann. Ich war überrascht wie gut getarnt dieser unscheinbare Seitenwash letztendlich war und sehr froh das ich ein GPS und das Telefon (MDA) dabei hatte. Also hiess es nun in den wieder mal total sandigen Wash stiefeln und auf halber Strecke kam mir das erste mal heute ein Ami mit grosser Fototasche; geschultertem Dreibein und einer D-SLR ( digitale Spiegelreflex-Kamera ) um den Hals hängend entgegen. Der war genauso überrascht mich zu sehen, wie ich es auch war. Aussem einem Knochentrockenen "Hi, how are you...?" gab es keine weitere Kommunikation...
Irgendwann erreichte ich dann mit mittlerweile
schmerzenden Füssen ( denn meine vor ein
paar Tagen gelaufenen grossen Blasen machten sich wieder bemerkbar ) den
Eingang dieses noch
recht exklusiven Tunnel-Slots welcher im Internet kaum beschrieben ist.
Und wie auch auch schon beim Zebra-Slot hatte ich heute das seltene Glück,
dass der Tunnel-Slot Knochentrocken war ( das hatte ich natürlich gehofft
), denn für gewöhnlich steht im Tunnel-Slot Wasser und somit sehr
übel riechende Dreckswasser-Tümpel ( siehe
Beispiel-Bild oben rechts ). Das tolle an dem Tunnel-Slot ist, dass
man von jeder Seite das Ende erkennen kann, dieser also nicht sonderlich
gross oder lang ist. Ihr glaubt mir nicht ? Ok, wer rechts in den TV-Monitor
oder <<<< HIER
KLICKT>>>>, den nehme ich per Video exklusiv auf meine
Tunnel-Slot Tour mit. Übrigens, dieses ist Weltweit das erste und einzige
Video durch den Tunnel-Slot, was mal wieder einmal eine Internet-Premiere
darstellt. Der Tunnel-Slot ist zudem sehr dunkel und wirkt mit seinen beiden
vertikalen Öffnungen in die das Licht einfällt extrem geheimnisvoll
und in meinen Augen irgendwie spannend.
Etwas vergleichbares habe ich in den USA bisher noch nirgends gesehen
und ich gehe soweit das sogar auch echten Geheimtipp zu deklarieren. Wenn
man im Zebra-Slot welchen ich weiter oben zuvor besucht hatte, Restfeuchte
oder gar Wasser findet, wird man dieses im Tunnel-Slot zu 100% ( nur noch
viel heftiger ) auch vorfinden. Also am Zebra-Slot entscheidet sich im grunde,
ob man so wie ich heute diesen Extra-Hike zum Tunnel-Slot angehen sollte.
Ich hatte es nicht bereut hierher zu laufen, denn der Tunnel-Slot war so
dermassen aussergewöhnlich und in meinen kleinen Augen abgefahren das
ich richtig grossen Spass an diesem "Extra" hatte...
Ich war jedenfalls schwer begeistert als ich trockenen
Blasen-Fusses durch den schönen Tunnel-Slot latschen
konnte um auf der andere nördlichen Seite den Tunnel-Slot Wash weiter
rauf zu wandern ( das empfand ich dann aber als nicht ganz so spannend ).
Meine Füsse qualmten von den bisher gelaufenen
13 km wieder mächtig; Durst machte sich erneut breit und hier
hinter dem Tunnel-Slot beschloss ich im Schatten einen happen zu Essen;
gemütlich zwei Fluppen zu rauchen; etwas Traubenzucker zu naschen, also
eine richtig ausgedehnte entspannte Pause zu machen. Denn es war schon recht
spät und ich hatte ausser die komplette Strecke zurück zu laufen
nichts weiter auf meiner "to do...list" stehen. Und ich hatte nun auch keinen
Bock mehr noch ein wenig in der recht heissen Gegend herumzulaufen um mir
meine Birne zu verbrennen...
Also packte ich mich in den Sand mit dem Rücken an der kühlenden
Felswand im Schatten und genoss die vielen Eindrücke des heutigen
Tages, welcher mir wirklich klasse gefallen hatte.
Mehr ging einfach nicht und auf mehr hatte ich nun auch keine Lust mehr.
Also nutzte ich die entspannte Situation um mal wieder irgendwelchen Unsinn
in mein Video-Tagebuch zu quasseln. Wie immer kann man das todesmutig durch
ein Klick auf den TV-Monitor zur linken oder
<<<< hier klicken
>>>> anschauen.
Die 10 Kilometer zurück zu meinem Nissan
in der Hole of the Rock Road:
Irgendwann stiefelte ich dann wieder los zurück zu meinem Auto.
STOP, so schnell ging es dann doch nicht, denn um zum
Auto in der HITRR zu gelangen, mussten von hier aus zu den schon 13 km nochmals
ca. 10 anstrengende Kilometer gelaufen werden. Und wieder ging es
durch weichen Sand, rein in den Harris-Wash, vorbei an meinen nach wie vor
fliessigen Bienchen ( dort bin ich natürlich wieder im Turbo-Modus
vorbeigeflitzt ! ) den gesamten Harris-Wash entlang bis ich in der Sonne
und Hitze ( ohne Schattenmöglichkeit ) meinen Pfeil-Markierung rein
in meinen Seitenwash zur HITRR erreichte. Gut das ich diesen kleinen Pfeil
vormittags in den Sand gekratzt hatte, denn sonst
wäre ich da höchstwahrscheinlich dran vorbeigelaufen oder
hätte meinen Handy samt GPS bemühen müssen. Verrückt
wie identisch also verwirrend gleich einige Ecken aussehen. Insbesondere
auch deswegen weil die Konzentration immer weiter nachlässt.
Hier im Seitenwash von heute Vormittag suchte ich mir unter einem Strauch welcher zumindest ein kleines bisschen kühlenden Schatten bot etwas Schutz um Flüssigkeit nachzukippen. Und mittlerweile war ich auch schon gut "well done" und ausgepowert und heilfroh, dass es nur noch knapp 5 anstrengende Kilometer Upstream vor mir lagen, ehe ich meinen rettenden Nissan erreiche.
Meine Kräfte schwanden; meine Füsse resp. die Blasen schmerzten höllisch und diese 5 km waren wirklich anstrengend. Jeder Schritt wurde in dieser Hitze zu einer Schinderei; 100 Meter zu einer unendlich langen Distanz und der Weg zog sich wie ein frisches Kaugummi so dermassen in die Länge, dass ich unterwegs dachte niemals die Hole in the Rock Road zu erreichen...
Irgendwan erreichte ich dann mein Auto und war froh es endlich zurück
geschafft zu haben. Im Wagen erstmal Klimaanlage auf volle Pulle drehen;
selbigen wenden und auch schnellsten Wege zurück nach Esclante
"klötern; klappern & schaukeln". Natürlich standen auch wieder
ein paar Rindviecher also Streaks auf 4 Beinen in der Gegend herum und beim
Anblick lief mir so dermassen das Wasser im Munde zusammen, dass ich richtig
Kohldampf bekam und den Viechern am liebsten hier und jetzt ein saftiges
grosses Filet-Stück aus dem Body geschnitzt hätte...
Hmmmm----diese sexy Burschen schmecken 100%ig so lecker wie die aussahen. Wieso gucken die einen eigentlich immer so dermassen neugierig an ? Vielleicht dachte die auch "was will Slayer Micha von mit...". Nunja, ich beliess es erstmal beim reinen "Fototechnischen Abschliessen". Wenn die wüssten was denen blüht, die würden sich wohl alle im Tunnel-Slot verstecken...smile...
Das Wetter und der restliche
Abend:
In Escalante beschloss ich mir noch einen anständigen Happen zu
Essen "to go..." zu besorgen um das dann gemütlich im Zimmer bei zwei;drei
oder vier Bierchen zu verputzen; vor dem Prospector Inn auf meiner
Lieblingsschaukel mit meinem EEE-PC gemütlich zuzuschauen wie die Sonne
untergeht und ein bisschen zu Surfen um zu eroieren was die Wetterfrösche
vermelden und schmiss meinen Body dann irgendwann rel. früh schon gegen
22 Uhr ins Bett um kurze Zeit später einzupennen.
Dieser Bilderbuchtag war wirklich sonderklasse und bot mehr als ich erwartet hatte. Ferner fragte mich nach meiner Internet-Surfaktion wieviel Bilderbuchtage wohl noch kommen werden ? Denn im Internet und im TV wurde vor zwei grossen Tiefdruck/Schlechtwetterfronten gewarnt, welche vom Pazifik und aus dem Norden kommend (Kanada) den ausnahmslos den kompletten Westen der USA mit mieserablen Wetter beglücken werden. Nunja, bisher hatte ich wirklich soviel Glück mit dem Wetter, sodass ich wahrlich keinen einzigen Grund gehabt hätte, mich beschweren zu können. Aber so wie es aussieht, wird morgen einer der letzten Tage werdenn, wo das Wetter noch halbwegs gut sein wird.
Also beschloss ich morgen früh zeitig ( also extrem früh ! ) aufzustehen und den Montag nochmal möglichst nett spannend und hoffentlich schön zu gestalten. Ideen und Optionen gibt es schliessich zu genüge. Was morgen ansteht, kann man nun unten rechts durch einen Klick auf TAG15 erlesen.
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