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Aufbau der Surroundanlage AV-Verstärker und -Receiver:
Manchmal kann guter Rat auch billig sein: Wer sich heute einen neuen HiFi
Verstärker oder Receiver zulegen will, der kann sich für eine reine
Musikmaschine entscheiden. Doch dann entgeht ihm eine Menge. Denn schon ab
550 Mark gibt es Geräte. die alle wichtigen Tugenden reinen HiFi-Klangs
beherrschen und die den zuvor eindimensionalen TV- und Videoton - richtungweisend
- mit Surroundtechnik auf Raumpatrouille schicken. Diese
Audio-Video-Verstärker sind eine attraktive Lösung für den,
der sich eine HiFi-/ Surroundanlage aufbauen will. In ihnen stecken fünf
Verstärker für alle Boxen des Kinosound-Systems. Der entscheidende
Vorteil gegenüber Decoderverstärken, die nur drei Endstufen bieten:
Alles unter einem Dach spart Platz. Kabelwirrwarr
Ebenfalls zum Pflichtprogramm gehört eine Fernbedienung die sämtliche Gerätefunktionen steuert. Wenn der AV-Verstärker dann noch wenigstens zwei Ein- und Ausgänge für Audio-/Videoquellen sowie Anschlüsse für CD-Spieler, Tuner und Kassettenrecorder besitzt - prima. Noch besser, wenn zum Anschlußangebot sogar der Vorverstärkerausgang "Center-PreOut" gehört. Über ihn lassen sich die Lautsprecher des TV-Geräts zur Centerbox umfunktionieren. Das spart einen zusätzlichen Mittenlautsprecher. Wer mehr als 1000 Mark ausgeben will, der bekommt dafür zu allererst mehr Leistung auf allen Kanälen. Dreimal 120 Watt vorne und zweimal 35 Watt hinten stemmen solche Athleten mühelos. Damit dürfen sich Surroundfans auch für klangstarke aber leistungshungrige Boxen entscheiden. Bietet der AV-Verstärker Vorverstärkerausgänge, lassen sich dort separate Endstufen für noch mehr Klang und Leistung anschließen. Klettert der Preis bis auf 2000 Mark und höher, darst Du nicht nur Vorverstärkerausgänge, sondern auch ebensolche Eingänge erwarten. Nur mit sechs, exakt: 5.1 -Vorverstarkereingängen lassen sich separate Decoder für digitalen Surroundgenuß a la AC-3 oder MPEG-2 anschließen. Und nur dann ist Deine Anlage für die derzeit beste Surroundtechnik gerüstet, die seit Frühjahr 1998 mit der DVD in Deutschland für den Massenmarkt seine Einführung erfährt. Nicht zur Abteilung Klangfaszination gehört das sogenannte Bildschirmmenü -mehr als nur angenehme Zutat: Es illustriert sämtliche Geräteeinstellungen auf der TV-Mattscheibe und kann damit die Bedienung spürbar erleichtern. Denn Funktionen, die Du selten brauchst, läßt die Elektronik in Untermenüs verschwinden und aktiviert sie nur bei Bedarf. Das spart Tasten auf der Fernbedienung. Dieser Kommandogeber sollte zumindest die Befehlsgewalt über weitere Geräte seines Herstellers haben. Fachbegriff: Systemsteuerung. Mit dem Preis des Verstärkers müssen auch die Fähigkeiten des Infrarotstabes wachsen: Wenn er per Tastendruck die Steuercodes für Komponenten anderer Marken übernehmen kann, reicht Dir fortan eine Fernbedienung für alle Deine Geräte. Damit ist das Komfortrepertoire von AV-Verstärkern aber noch nicht erschöpft. Einige Anbieter haben sich besondere Elektronikschaltungen einfallen lassen, zum Beispiel den Center-Equalizer: AV-Verstärker und -Receiver der Marken Denon, JVC und Yamaha erlauben es, die Toncharaktenstik des Centerlautsprechers mit einem feinfühligen Klangregelwerk zu beeinflussen. Das fördert die tonale Harmonie zwischen der Mittenbox und den beiden Außenseitern.
Wer sich eine AV-Komponente zulegt, sollte dem
V in der Gattungsbezeichnung, das
schließlich für Video steht,
ebenfalls Beachtung schenken. Nur dann können Zuspieler wie Videorecorder
und Laserdisc-Player ihr Bestes geben. Über kombinierte Ein- und
Ausgänge für Bild- und Tonsignale lassen sich beispielsweise zwei
Videorecorder zur Aufnahme, Wiedergabe und zum wechselseitigen Überspielen
anschließen. Besitzer von S-VHS-Videorecordern
In der Gunst deutscher Surroundfans deutlich höher als AV-Verstärker stehen die AV-Receiver. Sie bieten zu allen Ausstattungsdetails der reinen Verstärker ein Radioempfangsteil. Allerdings: In der Einsteigerklasse um 550 Mark darst Du kraftvolle Endstufen nicht erwarten. Während preiswerte Receiver für links und rechts vorne häufig 80 Watt und mehr mobilisieren, begnügen sie sich in der Mitte mit 50 und für das Background-Geschehen sogar häufig mit spärlichen 15 Watt. Wer mit Dolby auf Diät leben kann, wird zufrieden sein. Aber für den leistungsträchtigen "Wideband"-Einsatz mit drei gleichwertigen Frontboxen dürfen es schon ein paar Watt mehr sein. Deshalb gilt: Kaufe Dir zu Einsteigermodellen in jedem Fall Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad. Sie liefern deftigen Surroundsound selbst mit sparsam dosierter Verstärkerleistung. Auch beim Thema Buchsenbau halten sich preisgünstige Modelle meist bedeckt. Mit zahlreichen Anschlüssen oder robusten Schraubklemmen für kräftige Boxenstrippen können sie selten dienen. Diese Zutaten geben die Hersteller ihren Geräten erst ab etwa 800 Mark mit auf den Weg. Wenn es aber um Wohltaten für Radiohörer geht, zeigen sich AV-Receiver nicht so kleinlich: Dank RDS (Radio Data System) nennen sie auch für wenige 100 Mark anstelle der Frequenzen die Stationen beim Namen, beispielsweise SDR 3. Zudem erlauben sie Rundfunkhören nach Programmsparten (PTY, "Programme Type"), und empfangen mit Hilfe ausgeklügelter Schaltkreise selbst entfernteste Stationen weitgehend störungsfrei. Freilich: Selbst altgediente Anhänger ultrakurzer oder langer Wellen werden - haben sie das erste Mal ihr Umfeld mit einem Film in Surroundsound gefüllt - immer seltener auf Hörfunk umschalten. Es sei denn, es handelt sich dabei um ein Raumklangprogramm. Decoder und Decoderverstärker: Links eine Box, rechts eine zweite und in der Mitte der entzückte Hörer - so sah über 30 Jahre lang die klassische Wohlklang-Installation in Deutschlands Wohnzimmern aus. Dolby Surround ,der Kinoklang für zu Hause, hat mit drei zusätzlichen Boxen und der dritten Klangdimension für gründliche Besserung gesorgt. Denn um raumfüllenden Sound aus fünf Boxen zu zaubern, bedarf es nur eines Dolby-Surround-ProLogic-Decoders oder eines Decoderverstärkers. Die Geräte beider Gattungen tun im Prinzip das gleiche: Sie lesen die in den Stereotonspuren des Videofilms verschlüsselten Signale (Center und Surround) und fertigen daraus den Kinoraumklang - sie decodieren. Der Unterschied der beiden Spezies: Surrounddecoder -erhältlich zu Preisen ab 500 Mark- besitzen keine eingebauten Verstärker. Decoderverstärker tun zusätzlich das, was ihr Name besagt, weil sie mit gleich drei eingebauten Endstufen antreten. Für Besitzer kraftvoller Endverstärker oder für kompromißlose Anhänger von Klangqualität sind reine Surrounddecoder die richtige Wahl. An ihre Ausgänge lassen sich Endstufen nach Gusto anschließen, die dann die Tonsignale verstärken und an die Boxen weiterleiten. Solche Decoder haben einen Fünffach-Lautstärkeregler, der den Gesamtpegel aller Lautsprecher variiert sowie meistens -nur wenige Eingänge für Programmquellen wie Videorecorder und Laserdisc-Spieler. Überdies können Decoder auch Aktiv-Lautsprecher mit eingebauten Leistungsverstärkern direkt ansteuern - eine klangfördernde doch nicht unbedingt preisgünstige Variante. Decoderverstärker (ab 700 Mark) mit ihren integrierten Verstärkern hingegen sind besonders Eignern von potenten HiFi-Vollverstärkern und -Receivern willkommene Ergänzung: Der HiFi-Verstärker beschickt weiterhin die beiden Hauptlautsprecher, der Decoderverstärker kümmert sich um die fürs Surround-Vergnügen nötigen Center- und Effektboxen. Faustregel: Die Centerendstufe sollte mindestens 80 Watt an 4 Ohm leisten, die Surroundverstärker wenigstens 30 Watt pro Kanal.
Diese Werte garantieren, daß der Decoderverstärker auch im wattzehrenden "Wideband" - Betrieb mit drei identischen Frontboxen nicht schlappmachtund daß selbst wirkungsgradschwache Effektlautsprecher für packende Surroundkulissen richtig auf Touren kommen. Decoderverstärker erfordern aber ein wenig Denkarbeit: Weil sie sich auf unterschiedliche Arbeiten mit HiFi-Verstärkern oder Vor-/Endstufen verkabeln lassen, kann die Installation der jeweils richtigen Verbindung besonders Laien vor Probleme stellen. Hier mal die möglichen zwei Anschlussvarianten, welche davon die beste ist, und wie Du Deine Geräte richtig verkabelst:
Decodervorverstärker und Endstufen: Diese Frage stellen sich nicht wenige Surroundfans: Was sollen Tausende Mark teure Decodervorstuten und Endstufen besser konnen als AV-Verstärker und -Receiver, die alles für den Kinosound schon ab 550 Mark unter einem Dach vereinen? Die klare Antwort: Nur die in eigene Behausungen verpackten Klangaufpäppelungs-Stationen erlauben es, Vor- und Endstufen beliebig miteinander zu kombinieren. Damit wollen Anhänger der Gewaltenteilung den Klang und die Leistung der Anlage individuell auf ihre Boxen und Hörvorlieben abstimmen. Der Einstieg in die Welt getrennter Komponenten kostet für Decodervorverstärker mindestens 1100 Mark, für separierte Endstufen wenigstens 500 Mark. Einzelne Geräte schlagen sich schon deshalb besser als die integrierten Konstruktionen, weil in Vollverstärkern und Receivern ein gemeinsames Netzteil sämtliche Abteilungen der Geräte versorgt. Voneinander getrennt, können sie sich genüßlich an eigenen Stromquellen laben. Die unüberhörbaren Vörteile: keine Klangeinbußen im Mittel-/ Hochtonbereich, keine Konditionsprobleme im Baß, auch wenn die Boxen für krachende Explosionsszenen jede Menge Saft ziehen. Vollverstärker können während solcher Attacken schon mal kurzfristig die Waffen strecken. Doch nicht nur die Zahl der Netzteile, auch ihr Leistungsvermögen beflügelt die Einzelkämpfer zu besserem Klang. In Vollverstärkern gestatten es die beengten Platzverhältnisse kaum, kiloschwere Ringkerntrafos einzupflanzen, denen unter Vollast nicht die Puste ausgeht. Zudem stecken in und an separaten Endstufen etliche, dem Klang förderliche Finessen: fingerdicke Netzkabel, Hochleistungsbauteile, ausgeklügelte Schaltungen sowie Anschlüsse für massive Boxenstrippen. Doch die Idee der Arbeitsteilung läßt sich noch weiter treiben: Kompromißlose Soundfreaks schwören auf Mono-Endstufen. Sie widmen sich jeweils nur einem Tonkanal, was sie selbst dann ungerührt arbeiten läßt, wenn auf einem anderen gerade die Hölle los ist. Wer dafür nicht wenigstens 500 Mark pro Kanal anlegen kann, aber die Vorteile der getrennten Bearbeitung nutzen will, sollte sich nach Mehrkanalendstufen umsehen ( ab 100 Mark ). Sie verfügen über vier bis sechs einzelne Verstärker in einer Behausung, damit taugen sie perfekt zum zentralen Wattlieferanten für alle Boxen der Surroundanlage, Subwoofer inklusive.
Wer auf reinen Klang aus einzeln arbeitenden Endverstärkern setzt, braucht dazu den passenden Decodervorverstärker. Er bereitet die grazilen Tonsignale der Programmquellen soweit vor, daß die Endstufen sie zu mächtiger Kulisse aufblasen können. Dafür werkeln in den Vorarbeitern häufig feinere Zutaten als in integrierten Geräten. Stichwort: selektierte Bauteile. Einige Hersteller prüfen vor der Installation, ob die kleinen Künstler die ihnen vorgeschriebenen Werte unter allen Bedingungen exakt einhalten. Das nützt der späteren musikalischen Qualität. Desweiteren sorgen widerstandsarme Platinenmaterialien zusammen mit kürzesten Signalwegen dafür, daß die empfindlichen Tonsignale ihren Weg durch den Vorverstärker so ungeschmälert wie möglich absolvieren. Je nach Preisklasse bieten Decodervorstufen diversen Zuspielern Anschluß. Pflicht für Einsteigermodelle sind wenigstens zwei AV-Kontaktstellen für Aufnahme und Wiedergabe, eine weitere fürs Audio-Kassettendeck sowie zwei Buchsen für CD-Spieler und Radio. Ab 1500 Mark dürfen Videosignale auch im S-VHS-Standard anliegen, die Vorstufe muß dafür S-VHS-Ein- und -Ausgänge bieten. Decodervorverstärker ab etwa 2000 Mark sollten auf den Digital - Surround-Sound a la AC-3 oder MPEG-2 vorbereitet sein. Sechs Vorstufeneingänge stehen dafür gerade. Für Decodervorverstärker steht jedoch nicht nur superber HiFi-Ton, sondern auch lupenreiner Dolby-Sound im Pflichtenheft. Geräte für mehr als 5000 Mark erhalten dafür selektierte Decoderchips, etwa von Ultra Analog oder Analog Devices - den als Aristokraten geltenden Herstellern der Branche. So weit muß es allerdings nicht zwangsläufig kommen. Geeignete und klangreine Single-Partner für die Rundumbeschallung lassen sich auch für weniger Geld finden. Mehr Spaß allerdings selten. |