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Einführung in den Raumklang Spielfilme zu Hause mit echtem Kinosound Der Spielfilm auf Laserdisc bzw. Videokassette wird von Tag zu Tag beliebter. Es herrscht jedoch allgemeine Übereinstimmung darüber, daß das Filmerlebnis im Kino dem zu Hause um einiges überlegen ist. So bietet die Kinoleinwand z.B. eine unvergleichlich bessere Bildgröße und Auflösung. Fernseher mit Großbildschirmen haben zwar die Bildgröße erhöht, dafür jedoch an Bildschärfe und Helligkeit eingebüßt. Noch deutlicher werden die Unterschiede beim Vergleich einer Heim-Anlage mit einem Kino, wenn es um Tonqualität und Dynamik geht. Bei der Heimvorführung ist es oft kaum möglich, den Dialog aus den anderen Geräuscheffekten einer Szene herauszuhören. Der Dynamikumfang der Töne und Klänge wird komprimiert, was die Lautstärkeunterschiede zwischen lauten und leisen Tönen verringert. Tiefe Frequenzen werden gedämpft und verzerrt, mittlere und höhere verstärkt. Das Ergebnis ist ein blecherner, dimensionsloser Ton. Filmproduzenten sind stets darum bemüht, die sicht- und hörbaren Elemente ihrer Arbeit zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufassen, bei dem sich die Einzelelemente gegenseitig ergänzen und verstärken. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden auf Film, Laserdisc und Videocassette festgehalten und zur Vorführung im Filmtheater oder zu Hause freigegeben. Bei der Wiedergabe zu Hause gehen bei der Umsetzung viele Details verloren. Der Ton bildet keine deutliche Einheit mit seiner Quelle mehr: das dynamisch differenzierte Dröhnen brechender Wellen wird zu einem verschwommenen, gedämpften Tonmischmasch. Der Ton, der ein so lebendiges Element des Kinoerlebnisses ist, verliert ein Großmaß seiner Präsenz. Dem Zuschauer bzw. Zuhörer zu Hause geht auf diese Weise viel von dem Gefühl des wirklichen Miterlebens verloren; dem Gefühl, das den Film zu einer faszinierenden Kunstform macht. Selbst in Filmtheatern spielte die Tonwiedergabe von den 50er bis zu den späten 70er Jahren im Vergleich zur Bildwiedergabe eine untergeordnete Rolle. Während die Bildreproduktion ständig mit technischen Neuerungen aufwartete, verblieb die Tonreproduktion lange Zeit auf dem Stand der 40er Jahre. Diese Situation änderte sich mit der Entwicklung und Verbreitung des THX Sound Systems für Filmtheater von Lucasfilm Ltd., das die Entwicklung der Dolby Laboratories auf dem Gebiet der Spielfilm-Tonwiedergabe ergänzend nutzte. Der besonders für seine Trilogie "Krieg der Sterne" bekannte Filmproduzent George Lucas wollte Kinobesuchern ein Filmerlebnis ermöglichen, wie es sonst nur im Vertonungsstudio gegeben ist. Andernfalls würde dem Zuschauer bzw. Zuhörer seiner Meinung nach die Möglichkeit vorenthalten, den Film so zu erleben, wie er von seinen Schöpfern gedacht war. Auf Drängen von Lucas entwickelte der technische Direktor bei Lucasfilm, Tomlinson Holman, das THX Sound System. Heute arbeiten mehr als 1000 Lichtspieltheater in aller Welt mit dem THX Sound System, um ihren Besuchern Filmgenuß unter idealen Bedingungen zu bieten. Dank der Home-THX-Technologie können Zuschauer bzw. Zuhörer bei Spielfilmen auf Laserdisc oder Videocassette nun auch zu Hause ähnliche Ergebnisse erzielen. Die Kunst des Filmtons Bei der Vorführung eines Spielfilms ist der Filmton von großer Bedeutung. Die Augen und die Ohren des Zuschauers bzw. Zuhörers sind aktiv am Kinoerlebnis beteiligt. Das wirklichkeitsnahe Empfinden wird noch gesteigert, wenn Bild und Ton echte Erfahrungen widerspiegeln. Obwohl Filmbilder in Wirklichkeit zweidimensional sind, verleiht ihnen die Wirkung des Filmtons häufig eine gewisse Dreidimensionalität. Aufgrund der stereooptischen und stereophonen Eigenschaften von Augen und Ohren können Filmproduzenten dem Zuschauer die Möglichkeit geben, die Wahrnehmung der Bildposition mit der eigenen Position der anderer Bilder in Beziehung zu setzen. Diese Eigenschaften können auch dazu dienen, einen realistischen Eindruck von Bewegung und Geschwindigkeit zu vermitteln. Die Rolle des Filmtons ist also der des Filmbildes nicht untergeordnet, sondern ergänzend. So wie die Filmtechnik Perspektive, Bewegung und Hintergrund mischt, mischt der Toningenieur Stimmen, Klänge, Musik und Geräusche zum Gesamtsound. Die Tontechniker ergänzen visuelle Perspektive, Bewegung und Hintergrund zwar mit Geräuscheffekten, niemals jedoch auf Kosten des Dialogs. Ob sich ein Liebespaar leise im Mondschein vor dem Hintergrund zirpender Grillen unterhält, oder ob die beiden in einem überfüllten Restaurant inmitten anderer Stimmen, klirrender Bestecke und der Musik einer Jazzband miteinander sprechen, ihre Worte müssen immer klar und deutlich zu verstehen sein. Zu diesem Zweck arbeiten die Techniker mit vier separaten Tonkanälen. Um eine Ortung oder Lokalisierung von Tönen in bezug auf die gezeigten Bilder zu ermöglichen, werden die Töne entsprechend in den linken, mittleren oder rechten Kanal gemischt. Durch die drei Frontkanäle läßt sich auch der visuelle Eindruck eines Kameraschwenks in einer entsprechenden Geräuschverschiebung dokumentieren. Schließlich wird mit Hilfe des Surroundkanals die Illusion erzeugt, sich mitten im Filmgeschehen zu befinden. Die Tontechniker mischen den Filmton mit viel Fingerspitzengefühl, während sie sich die bearbeiteten Filmversionen immer wieder ansehen. Sie verändern Pegel, mischen Geräuscheffekte dazu und nehmen andere wieder heraus, bis der Ton ihren Vorstellungen entspricht. Erst dann sind Bild und Ton zu einem einheitlichen Ganzen verschmolzen. Die Tontechniker arbeiten in Studios mit Geräten und technischen Raffinessen höchster Qualität und Präzision, die speziell für diese Art von Arbeit entwickelt wurden. Die vier Tonkanäle (links, Mitte, rechts, Surround) werden unabhängig voneinander verarbeitet, verstärkt und reproduziert. Der Dialog wird normalerweise so vom Tontechniker gemischt, daß er von der Mitte der Leinwand kommt. Der rechte und linke Tonkanal wird von den Lautsprechern, die sich rechts und links von der Leinwand befinden, wiedergegeben, während der Surroundton von seitlich oder rückwärtig angeordneten Lautsprechern kommt. Dabei wird der Hörer völlig vom Filmton umgeben, ohne von den Geschehnissen auf der Leinwand abgelenkt zu werden. Die tiefen Frequenzen aller vier Kanäle werden über einen großen, nichtgerichteten Subwoofer wiedergegeben. Im Filmstudio wird der Ton unter idealen akustischen Bedingungen wiedergegeben. Wer die Ereignisse einer Filmproduktion so sehen und hören möchte wie die Filmproduzenten selbst, der muß den Film in dieser Art von Studio erleben. Wenn ein Filmtheater oder eine Heimkinoanlage diese Studiobedingungen weitestgehend simulieren kann, wird dem Zuschauer bzw. Zuhörer ein Filmerlebnis ermöglicht, das dem im Studio sehr nahe kommt. Treue zur künstlerischen Gestaltungsabsicht Am Ende eines Produktionsprozesses werden Ton und Bild auf den 35 mm-Film überspielt. Die vier Tonspuren werden dabei anhand eines von Dolby Laboratories verfeinerten Verfahrens codiert, wobei die vier Tonkanäle in zwei Audio-Spuren zusammengefaßt werden. Bei der Decodierung dieses codierten Stereosignals werden die vier ursprünglichen Kanäle mit Hilfe der Pro Logic-Technik von Dolby wiederhergestellt. Wie die Tonqualität letztendlich vom Zuschauer bzw. Zuhörer empfunden wird, hängt von der weiteren Verarbeitung, Verstärkung und Wiedergabe dieser vier Kanäle ab. Ein wichtiger Faktor für die Gesamtqualität ist die Akustik des Filmtheaters. Die meisten Spielfilme auf Laser-Discs oder Videocassetten enthalten dieselben codierten Tonspurinformationen wie die entsprechende 35 mm-Version. Daher unterscheidet sich die Ausgangssituation aller Heimkinoanlagen in bezug auf die präzise Tonwiedergabe und die künstlerische Gestaltung des Films kaum von der eines Filmtheaters. Der wesentliche Unterschied zwischen Kino und Wohnzimmer besteht jedoch in der Akustik der Räume. Der Originalfilmton wurde speziell für die Akustik großer Kinosäle abgemischt und wird bei der Wiedergabe durch eben diese Akustik ergänzt und abgerundet. In einem kleineren Raum wirkt der Ton jedoch unnatürlich hell oder sogar schrill. Darüber hinaus ist der von Surroundlautsprechern erzeugte Ton nicht mehr diffus genug, lenkt den Zuschauer bzw. Zuhörer vom Filmgeschehen ab und weist andere tonale Eigenschaften auf, als der von den vorderen Lautsprechern wiedergegebene Ton. Dieses Dilemma wird nun mittels div. Decoder-Techniken angegangen. Angefangen von den lizensierten THX-Geräten; ueber raffinierte DSP-Klangprogramme usw.
Soundsysteme im
Kino
Die heutige analoge Stereo-Lichttonspur auf 35mm-Film entstand in den
frühen 70er-Jahren, nachdem bereits in den 40er-Jahren Walt Disney
erfolgreiche Versuche mit Stereo-Lichttonspuren auf separaten Filmstreifen
("Fantasia")
In den letzten Jahren entstanden zahlreiche digitale Tonsysteme, die im Gegensatz zu Dolby Stereo diskrete (=total unabhängige) Kanäle bieten. Theoretisch ist es möglich, auf einer einzigen Filmkopie alle drei heute gebrächlichen digitalen Formate unterzubringen. Hier die einzelnen Kinoformate im Überblick:
Ultra Stereo: Zu Dolby Stereo kompatibles analoges Matrix-System Ultra Stereo produziert auch Dolby-kompatible Prozessoren DTS Stereo: Dolby Stereo-Klon. |